Treibjagd

Manfred Hoffmann - 18.10.2011

Die Jagdsaison ist eröffnet
Begehrtes Wild: Banken, Reiche, Steuerflüchtlinge

Es gilt einiges zur Strecke zu bringen. Vor den Flinten hetzen Banken, Reiche und Steuersünder durch das Unterholz. Ein Freund der Banken muss man wahrlich nicht sein. Sicherlich geht auf keine Kuhhaut, was zumindest ein Großteil dieser illustren Institutionen auf dem Kerbholz hat. Dass den Geldgiganten aber immer wieder für das aktuelle Elend die Verantwortung zugeschoben wird, könnte sich wieder als erfolgloser Schuss in den Nebel erweisen. Ebenso wenig wurde jemals der Beweis dafür erbracht, dass die Schwachen gestärkt werden, wenn man die Starken schwächt. Wer also die Reichen plündert, macht die Armen noch lange nicht reich. Man mag mit den Zähnen knirschen ob des Drecks am Stecken. Dennoch ist es gefährlich, Ursache und Wirkung zu verwechseln. Wie alle anderen auch, bewegen sich Banker im Rahmen von gültigen gesetzlichen Normen. Wer das nicht tut, wird zur Rechenschaft gezogen.

Die Gesetze machen Politiker und Politikerinnen. Die sind hierzulande nicht einmal Ihren Wählern gegenüber verantwortlich sondern handeln dem Grundgesetz zufolge ausschließlich nach ihrem Gewissen. Die Gewissensvielfalt hatte bislang niSparbuchcht das geringste Problem damit, dass folgendes zweifelsfrei völlig korrekt ist.
Tante Karin legt ein Sparbuch für den Neffen Alex an. Angesammelt haben sich darauf 1.000 Euro. Die Tante hat der Bank praktisch einen Kredit gegeben. Diese Wohltat vergütet das Geldhaus großzügig mit 2% Zinsen. Diese Zinsen muss die Bank irgendwie wieder hereinholen. Sie nimmt 400 Euro von Tante Karins Einlage und gibt Familie Hartmann einen Kredit für den neuen Fernseher. Dafür verlangt sie moderate 8% Zinsen. Ein gutes Geschäft. Natürlich wird es schwierig, wenn Neffe Alex zu seinem 18. Geburtstag die 1.000 Euro zum Kauf eines neuen Fahrrades abheben will.
Die Bank muss jetzt in die eigene Tasche greifen (sie hat ja nach der Kreditvergabe nur noch 600 Euro). Vom Eigenkapital müssen 400 Euro abgezweigt werden. Sie käme also in Schwierigkeiten, wenn sie das Geld aller ihrer Sparkunden auf diese Weise verleihen würde. Um der Pleite zu entgehen müsste sie sich immer neue Kundeneinlagen beschaffen. Solche Einlagen sind nicht nur Spareinlagen sondern auch die Überweisungen Lawinengefahrder Gehälter auf die Girokonten. Nur ein Schneeballsystem ermöglicht unter dem Strich eine solche  Kreditvergabepraxis. Die Rückzahlungs- und Abhebungswünsche der Kunden sind dann nur durch neu eingezahlte Gelder erfüllbar. Solche Systeme sind aber im Allgemeinen gesetzeswidrig.

Parlamente haben aber schon vor langer Zeit GesetzeParaqgraphen gemacht und bis heute konsequent beibehalten. Die erlauben der Bank ausdrücklich lediglich einen geringen Prozentsatz der Geldeinlagen als Sicherheit zu halten.  Diese Sicherheit müssen bei der Zentralbank hinterlegt werden. „Mindestreserve“ wird  das genannt.

Der Mindestreservesatz der Europäischen Zentralbank (EZB) beträgt 2%, der der US-Amerikanischen Zentralbank (FED) beträgt 10%. In China müssen derzeit 21% hinterlegt werden.

Die Bank von Tante Karin verhält sich also völlig gesetzestreu, wenn Sie von den 1.000 Euro Spareinlagen 980 Euro irgendwo andershin transferiert. Andersherum formuliert, sie kann hier in Europa für einen einzigen Euro hinterlegte Mindestreserve rechnerisch Kreditgeschäfte für 50 Euro abwickeln, also Zinsen für den 50fachen hinterlegten Betrag kassieren. Eine Super-Geschäftsidee. Wir kaufen unser nächstes Auto auf Kredit und hinterlegen bei der Bank als Sicherheit die Winterreifen.
NotarztKassieren ist gut und schön. Aber was tun, wenn etwas schief geht, wenn Kredite zum Beispiel nicht zurückfließen oder gekaufte Staatsanleihen wertlos werden? Dann wird es noch schöner. Die Regierungen mit ihren braven Steuerzahlern springen ein, weil die Banken angeblich am längeren Hebel sitzen. Sie würden angeblich im Insolvenzfall  allein schon unsere Überweisungen nicht mehr ausführen können.  Sie wären deshalb systemrelevant behaupten sie. Deshalb müssten sie gerettet werden. Die Politik glaubt das oder lässt es uns glauben. Sie rettet statt notwendige Gesetze zu erlassen, zum Beispiel eines, dass dieses „Teilreserveprivileg“ abschafft und auf diese Weise die Banken ihre Kundeneinlagen jederzeit verfügbar halten müssten.  Das würde die Geldhäuser sichtbar stärken.

Da auf der gesetzlichen Seite solcherlei aber nicht geschieht, liegen sicherlich diejenigen nicht so schief, die andere Gründe für die staatliche Untätigkeit vermuten. Haltet den Dieb lässt sich leicht rufen. Ungemütlicher könnte es werden, sollte sich herausstellen, dass die Banken gar nicht die Wurzel allen Übels sind, sondern nur daKraakes organisatorische Bindeglied bei der Überfütterung der Staatshaushalte in Richtung immer höherer Verschuldung. Wo soll der Staat das Geld herbekommen, wenn die Banken die maroden Anleihen nicht mehr aufkaufen (können). Fast ist es so wie bei den großen Düsenjets. Die haben keinen Rückwärtsgang. Zurück müssen sie geschoben werden. Ansonsten geht es immer vorwärts und hoch hinaus. Aber anders als bei den Staatsschulden kommen sie immer wieder runter.

Weiter zu Mindestreserve II : "Wenn die Reserven aufgebraucht sind"


Gold der sichere Hafen
Sicher
Geheimnis-FrauenGeheimTipp clevere Vorsorge

Sorgenfrei


Tipp: stressfrei reich werden und reich bleiben
Impressum und Nutzungsbedingungen