Manfred Hoffmann - 26.10.2011
Im Tollhaus
Wenn
die Reserven aufgebraucht sind
Die Regierung bettelt: liebes Volk, bitte schön zuhause bleiben

Jauch-Schmidt-SteinbrückAltkanzler haben ihre Privilegien. Also qualmt Helmut Schmidt dem Günther Jauch das Studio voll, während er dem eingenebelten Publikum Peer Steinbrück als Kanzlerkandidat nahe zu bringen versucht. Die beiden Herren haben manches gemeinsam, anderes wiederum nicht. Der Altkanzler  qualmt unaufhörlich in jeder sich ihm bietenden Öffentlichkeit. Steinbrück, der erst noch Kanzler werden will, pafft nicht so viel und eher heimlich. Beide spielen Schach, wobei Schmidt gegen Steinbrück meistens verliert. Altersmäßig liegt eine Generation zwischen den beiden. Der junge Steinbrück hat mal als Hilfsreferent bei Kanzler Schmidt angefangen.  Später hat er es dann, ohne je eine Wahl zu gewinnen, zum Ministerpräsidenten von Nordrhein Westfalen und dann zum Bundesfinanzminister gebracht. Aus beiden Positionen wurde er dann durch Volkes  Stimme  entfernt und arbeitet seither an seinem Comeback,  ganz nach dem Motto, man muss das Volk nur solange wählen lassen, bis die Richtung stimmt. Die beiden Politschwergewichte hätten natürlich in ihrer aktiven Regierungszeit genug Möglichkeiten gehabt, das Übel bei der Wurzel zu packen. Schnee von gestern lieben die Herren nicht und und beschwören unter den Rauchschwaden gern die Sachzwänge von damals. Das Problem läge bei den jetzigen Machthabern. Die würden es täglich versäumen entschlossen zu handeln, lautet der aktuelle Befund.

Kommen wir zurück in die Niederungen des Geldalltages. Weder der weise Kettenraucher noch der ehemals forsche Finanzminister noch die derzeitige Regierungschefin haben je Anstalten gemacht, mal ans Eingemachte der Finanzlobby zu gehen. Rücken wir die Merkwürdigkeiten  noch einmal ins rechte Licht. Bereits der erste Blick auf das einträgliche Geschäft der Banken mithilfe der Mindestreserve ist geeignet, bei der einfachen Bankkundschaft eine gewisse Ungläubigkeit auszulösen. Das soll gesetzlich geregelt möglich sein? Wir haben auf unserem Spar- oder Girokonto 1.000 Euro liegen und die Bank darf 980  Euro davon für andere lukrative Geschäfte abzweigen? Sie muss lediglich 20 Euro (2%) bei der Zentralbank als Sicherheit hinterlegen? So ist es und wer mag, kann dies im Internet zum Beispiel bei der Bundesbank oder Wikipedia recherchieren. Fachinformationen lesen sich nicht immer sehr anschaulich. Das ist kein Zufall. Was der Mensch nicht weiß, macht ihn nicht heiß.

Schon vor diesem Hintergrund wird klar warum KanzMerkel-Steinbrücklerin und Finanzminister einst mit schlotternden Knien vor das Fernsehvolk getreten sind. Zu diesem Zeitpunkt waren beide in die Rolle der wohl größten Spekulanten der Republik geschlüpft. Denn was tun Spekulanten? Ganz einfach, sie tun oder unterlassen etwas in der Hoffnung, dass ein bestimmtes Ereignis eintritt oder auch nicht. Diese Gepflogenheit kennt bereits der kleine süße Fratz, wenn ihm die Krokodilstränen solange über die Wangen rollen, bis die Eistüte über die Theke gereicht ist. Im Regierungsviertel war nicht das Eis das spekulative Ziel. Es musste in diesem Fall darauf gesetzt werden, dass das Volk es sich zu Hause gemütlich macht und nicht am nächsten Tag an die Bankschalter und Geldautomaten rennt. Das hätte die Banken alt aussehen lassen. Um das zu verhindern hat man sich schnell ein bisschen Blau vom Himmel ausgeliehen. Das wissen wir jetzt. Eigentlich sollten wir auch wissen, dass sich an der damaligen Situation nichts geändert hat und offensichtlich auch niemand daran denkt, etwas zu ändern. Der nächste Kameragang ist nur eine Frage der Zeit. Seine  Wahrscheinlichkeit wird umso größer, je mehr wir uns mit dieser vermaledeiten Mindestreserve beschäftigen. Die großen Brocken Staatsverschuldung und Staatsbankrott können wir dabei für einen Moment links liegen lassen.

Uns interessiert zunächst in erster Linie, was ist mit unseren paar Euros los, die wir  auf der Bank sicher glauben. Wir haben schon herausgefunden, dass die von der Bank in ihrem Sinne in Umlauf gebracht worden sind. Wenn morgen also alle ihr Geld zur  Kopfkissenfüllung abholen wollten, viele Köpfe würden auf einer harten Unterlage landen.

Euro aus dem HutAber es wird noch bunter. Wir haben bislang nur eine einzige Bank betrachtet. Diese Bank, sagen wir die Volksbank,  hat ihre 2% bei der Zentralbank hinterlegt und den Rest, in unserem Falle 980 Euro weiter verwendet. Nehmen wir an, sie hätte jemandem einen Kredit gegeben über 900 Euro gegeben. Es gibt ja nicht nur eine Bank. Demzufolge kann der Empfänger des Kredits das Geld  zunächst einmal auf das Girokonto einer anderen Bank einzahlen. Er kann mit dem Geld auch gleich seine Urlaubsreise zahlen. Das Geld landet dann auf dem Konto der zweiten Bank, der Sparkasse zum Beispiel.  Das kommt auf das Gleiche heraus.

Diese zweite Bank macht es nun genau so wie die erste Bank. Sie hinterlegt bei der Zentralbank 18,00 Euro (2% Mindestreserve) und verwendet die verbliebenen 882,00 Euro im Sinne ihrer lukrativen Geschäftsideen. Wenn auch sie wieder 800,00 Euro als Kredit ausreicht, ist das Geld dort auch weg, wenn der ursprüngliche Einzahler es wiederhaben will. Landet das Geld für diesen  Kredit wiederum auf einer anderen Bank, etwa  der Commerzbank, kann die das gleiche Spiel wiederholen. Es kommen also immer mehr Kredite und damit scheinbar mehr Geld in Umlauf. Immer mehr Kontoinhaber würden sich demnach ein Kopfschütteln einhandeln, wenn sie ihr Geld gleichzeitig mit allen anderen zurück wollten. Unser kleines Beispiel haben wir nach der dritten Station abgebrochen. Aber bereits an dieser Stelle stehen unserer Spareinlage von 1.000,00 Euro Kundenforderungen von 2.700,00 Euro gegenüber: Spareinlage bei der Volksbank 1.000,00 Euro, Guthaben des Reisebüros 900,00 Euro bei der Sparkasse und Kundenguthaben von 800,00 Euro bei der Commerzbank.leerer Tresor

Damit nun die Bankkundschaft nicht mitkriegt, dass so viel Geld gar nicht in den Banktresoren ruht, mischen sich Kanzlerin und Minister eben gelegentlich unbemerkt unter die Spekulanten. Nach getaner Arbeit  rufen sie dann später  am Rednerpult im Parlament ganz beherzt: haltet den Dieb. Die gestressten Parlamentarier belassen  es bei einem Zwischenruf.

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